Die Krise als Chance – zum Kassemachen?

ADAC Motorwelt

Macht weiter (Anzeigenkohle) wie bisher: Im Konzept der ADAC Motorwelt hat sich nicht sehr viel geändert. Und das beim erwiesenen Desinteresse der Leser …

Vor ein paar Tagen lag doch tatsächlich die ADAC Motorwelt wieder in unserem Briefkasten. Ich war überrascht. Ich hatte damit gerechnet, dass das Blattl entweder mit seinem Chefredakteur von der Bildfläche verschwindet, mindestens aber demütig unter unserem Türschlitz durchgeschoben wird.

Nein. Statt dessen hochoffiziell und pünktlich im Briefkasten. Und noch dazu mit einem frechen selbstreferenziellen Titel: „Die Krise als Chance“.

Als Chance wozu? Das habe ich mich gefragt. Und die Antwort leider nicht gefunden. Das Heftkonzept kommt ein wenig moderner daher, dafür ist aber immer noch jede zweite Seite Werbung – wobei die berühmten Treppenlifte nicht mehr so dominieren (deren Hersteller können sich nun auch Anzeigen im „Spiegel“ leisten), dagegen liegen Flusskreuzfahrten stark im Anzeigentrend. Ach was sag’ ich: Anzeigentrend? Selbst die „Motorwelt“-Redakteure sind von diesem „Must-have“-Thema derartig begeistert, dass sie auf S. 70 gleich einen investigativ recherchierten Artikel über Flusskreuzfahrten auf der Donau bringen. Er greift auf dieselben Botschaften wie die Anzeige, immerhin aber auf eine eigene Landkarten-Grafik zurück.

Zieht man die paar verschämten Eigenanzeigen ab („Mitglieder werben Mitglieder“), sind sage und schreibe 35 Seiten (inkl. Heftrückseite) der ADAC Motorwelt mit Anzeigen voll.

Geht man davon aus, dass früher mal eine Anzeigenseite 110.000 Euro gekostet hat (Tendenz heute: eine farbige Anzeigenseite für 120.000 Euro) dann hat zumindest diese Ausgabe mindestens 3,8 Millionen Euro eingefahren – nicht eingerechnet Beträge, die für informelle Werbung im redaktionellen Teil auch geflossen sein mögen. Seine Mediadaten hat der ADAC nicht aktualisiert, hier ist noch die Rede von mehr als 13 Millionen (wie wir heute wissen: extrem desinteressierten) Lesern. Und wie wir ebenfalls wissen, nahm der ADAC-Skandal beim Motorwelt-Chefredakteur Ramstetter seinen Anfang. Früher oder später sollten die Konsequenzen auch zur Hauspostille zurückkehren.

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Im Hauptberuf Kommunikationsprofi mit einer Schwäche für elektronische Musik (Hören und Machen).
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